Folgender Artikel entstand in einem Medienworkshop, den ich jüngst besiuchte:
studiVz, meinVZ, schuelerVZ, facebook, myspace, xing, wer-kennt-wen, lokalisten,
… und wie sie alle heißen: Soziale sind der neue Weg der digitalen Kommunikation.
Wer hat heute schon noch ein Adressbuch? Heute hat man eine Freundeliste im Social Network seiner Wahl.
Gemeinsames durchschauen der Fotos vom Abschlussball? – Heute hat mein seine Fotoalben, ein Klick vom Profil entfernt.
Und Freundesbücher? – braucht man nicht, seitdem man Pinnwände unter seinem Profil hat.
Mühsames erarbeiten der Bekanntschaft von nebenan durch das ausfragen aller Nachbarn? Überflüssig! Man „checkt“ einfach das Profil im Sozialen Netzwerk.
Noch nie war es so einfach Informationen über seine Mitschüler/Studenten zu erhaschen, noch nie konnte man so zwanglos ein paar Worte an jemanden anderen richten.
Und noch nie konnte man sich so gut selbstdarstellen, als durch „Gruppen“.
Und das ist der Punkt. Junge Menschen streben nach Selbstdarstellung. Ob durch Mode, Musik oder das handeln.
Für den Kumpel A ist es sicherlich lustig und unterhaltsam die Fotos des letzen Saufgelages zu kommentieren und demjenigen der sie hochgeladen hat eine Gruppeneinladung zur Gruppe „Saufbrüder“ zu schicken.
Doch was sagt der Personalchef der Firma der Person B, wenn er in Social Networks nach seinen Bewerbern recherchiert und auf ebenjene Sauffotos stößt.
Viele User die man darauf anstößt argumentieren so: „Aber die Leute in Firmen haben doch gar keinen Zugang zu solchen Netzwerken- und meine Daten sind doch eh privat-geschaltet.“
Das das beim Großteil der Benutzer nicht so ist, zeigte jüngst eine Studie, wonach Rund ein Drittel der persönlichen Daten der Jugendlichen für alle Internetnutzer zugänglich sind.
Die Stimmen von „Medienexperten“ werden lauter, solche Netzwerke zu meiden, um keine negativen Spuren zu hinterlassen.
Aber ist das der richtige Weg?
Wieso kehrt man den Spieß nicht um? Die Profilfelder der Netzwerke mit dem Lebenslauf der Bewerbung abzugleichen ist keine Kunst.
Das Profilfoto mit Bierflasche durch eines mit einem offenen Lächeln zu ersetzen kostet nur ein paar Klicks.
Und die „Saufbrüder“-Gruppe auf unsichtbar zu schalten ist auch kein Aufwand.
Die Privatsphäreeinstellungen der meisten Netzwerke sind zwar unübersichtlich und schrecken erst ab, aber was ist der Aufwand schon, wenn man dadurch den Wert seiner Bewerbung extrem steigert?